004 WOHNHAUS L42
3 Reihenhäuser in innovativer vorgefertigter Holzbauweise • 3 terraced houses in innovative prefabricated timber construction
Links zu Veröffentlichungen
• Doppelhäuser und Reihenhäuser DVA Verlag
• proHolz Baden Württemberg
„ein monolith* städtebaulicher kontext:
das relativ kleine und schmale baugrundstück liegt an einem nordhang in einem heterogen bebauten, vorstädtischen wohngebiet der baden-württembergischen landeshauptstadt stuttgart im ortsteil weilimdorf.
der bereich vor dem gebäude zur straße hin ist durch den zwei meter hohen, durchlässigen zaun und den garagen als halböffentlicher raum definiert. somit ist das grundstück deutlich zur straße und der umgebenden bebauung räumlich abgegrenzt. das reihenhaus fügt sich proportional in die umgebung ein, distanziert sich jedoch formal deutlich von seinen nachbarn.
raumorganisation und gestalt:
das haus ist nicht unmittelbar als reihenhaus zu erkennen, die traditionelle satteldachhausform wurde monolithisch neu interpretiert. die einheitlichkeit der form wird noch unterstrichen durch das material der fassade, unbehandeltes lärchenholz, das genau so auch auf dem dach verwendet wurde.
die bei doppelhäusern und reihenhäusern gewohnte kleinteiligkeit wurde so vermieden, das haus ist als kompakter baukörper entwickelt. die giebelfassaden sind mit minimalen wandöffnungen versehen, im gegensatz dazu sind die fenster der wohnebenen nach norden und süden großzügig gehalten.
die einzelnen häuser sind sehr schmal und tief. auf fünf ebenen kann der grundriss flexibel gestaltet und auch nachträglich verändert werden. offene, ineinander übergehende funktionsbereiche kennzeichnen die obergeschoßebene, im kiesgarten (nach süden zum hang hin) setzt sich der raum fort. ein mit einem gitterrost gedeckter lichthof belichtet die räume bis ins eingangsgeschoß.
die frei eingestellte einläufige treppe verbindet die übereinander liegenden geschosse. Innerhalb des gebäudes ist sie der einzige plastische kontrast zu den flächig und bündig gestalteten oberflächen, von denen die meisten als rohbauoberflächen belassen wurden.
material und konstruktion:
ein zentraler installationskern ermöglicht nachträgliche installation und die nachrüstbarkeit mit photovoltaik und solareanlagen in jeder ebene. die wände, decken- und dachelemente sind aus dickholzelemten zw. 9,4 und 13 cm stärke vorgefertigt. die maximale bauteillänge betrug 13,5m. die präzision der so hergestellten bauteile und ihrer fügung sollte sichtbar bleiben. diese bauweise erwies sich durch die verkürzte bauzeit als wirtschaftlich. Die ökobilanz des gesamten gebäudes ist insgesamt sehr positiv.
die architekten beschreiben das haus als ein gebäude ohne details; innen und außen wirken form, flächen und materialien als solche. stumpfe, optisch weiche oberflächen wie geschliffener beton, unbehandeltes lärchenholz und linoleum geben den innenräumen eine ruhige, heitere atmosphäre.
vorstehender erläuterungstext wurde der publikation „DOPPELHÄUSER UND REIHENHÄUSER, aktuelle beispiele zeitgenössischer architektur“ von katharina heider, erschienen 2006 in der DVA, entnommen.
„A monolith* Urban context:
The relatively small and narrow building plot is situated on a north-facing slope in a heterogeneously developed, suburban residential area of Stuttgart, the capital of Baden-Württemberg, in the Weilimdorf district.
The area in front of the building, facing the street, is defined as a semi-public space by the two-meter-high, permeable fence and the garages. Thus, the plot is clearly spatially separated from the street and the surrounding buildings. The terraced house integrates proportionally into its surroundings, yet formally distinguishes itself from its neighbors.
Spatial organization and design:
The house is not immediately recognizable as a terraced house; the traditional gable roof form has been reinterpreted monolithically. The uniformity of the form is further emphasized by the facade material: untreated larch wood, which was also used on the roof.
The fragmented nature typical of semi-detached and terraced houses was thus avoided. The house is designed as a compact structure. The gable facades feature minimal wall openings, while the windows on the living levels facing north and south are generously sized.
The individual houses are very narrow and deep. The floor plan can be flexibly designed and modified later across five levels. Open, interconnected functional areas characterize the upper floor, and the space continues into the gravel garden (facing south towards the slope). A light well covered with a grating illuminates the rooms down to the entrance level.
The freestanding, single-flight staircase connects the floors. Within the building, it is the only sculptural contrast to the flat, flush surfaces, most of which have been left in their raw, unfinished state.
Materials and construction:
A central service core allows for the subsequent installation and retrofitting of photovoltaic and solar thermal systems on every level. The walls, Ceiling and roof elements are prefabricated from thick timber elements between 9.4 and 13 cm thick. The maximum component length was 13.5 m. The precision of the manufactured components and their assembly was intended to remain visible. This construction method proved economical due to the reduced construction time. The overall environmental impact of the building is very positive.
The architects describe the house as a building without details; inside and out, form, surfaces, and materials speak for themselves. Blunt, visually soft surfaces such as polished concrete, untreated larch wood, and linoleum give the interiors a calm, serene atmosphere.
The preceding explanatory text was taken from the publication „Semi-detached and Terraced Houses: Current Examples of Contemporary Architecture“ by Katharina Heider, published in 2006 by DVA.
standort: stuttgart-weilimdorf, liegnitzerstr. 38/40/42
auftraggeber: privat
ausführungszeit: 2000-2001
objektdaten:
gebäudetiefe: 13,50m
gebäudebreite/gesamt: 14,00m
hausbreite: 4,63m
lichtes rauminnenmaß: 4,23m
geschoßhöhen: 3,00m
wohnfläche ca: 160qm
umbauter raum: 2.260 cbm
gesamtbaukosten: 298 euro/cbm
bauzeit:
montagebeginn der holzelemente/rohbau
bis zur fertigstellung: 7 tage
konstruktion:
EG und UG
wände und decken: stahlbeton, sichtbar
1./2./3. OG
wände: dickholz 9,4cm
decken: dickholz 13cm
dach: dickholz 13cm
dachdeckung: lärchenholz, unbehandelt
fassade: lärchenholz, unbehandelt
hersteller dickholzelemente: klh massivholz
katsch/mur, A
Ausgezeichnet 2002 von der Architektenkammer Baden-Württemberg
„Beispielhaftes Bauen in Stuttgart 1997-2001“
jurybegründung:
„Obwohl typologisch angepaßt, ist dieses Endhaus einer unauffälligen Häuserreihe völlig anders. Nach Außen dominiert eine minimalistische Formensprache und Materialwahl. Im Innern entstehen Räume mit hohem Wohnwert auf schmalen Reihenhausachsen. Ein mutiges Hauskonzept, das in einer innovativen Holzbauweise realisiert wurde“.
Planer
Architektur und Bauleitung • Wolfgang Roth Architekten
Team Wolfgang Roth Architekten:
Elisabeth Kirn
Wolfgang Roth
Fotografien:
Wolfgang Roth
Wolfram Janzer, stuttgart
„www.wolfram-janzer.de“:http://www.wolfram-janzer.de